Wallbox im Werkstattbetrieb: So integrieren Sie Ladestationen in den Werkstattalltag

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Wallbox im Werkstattbetrieb: So integrieren Sie Ladestationen in den Werkstattalltag

Die Entscheidung für den Einstieg in die E-Mobilität ist in vielen freien Werkstätten längst gefallen. Die Mitarbeiter sind geschult, die Diagnosegeräte geupdatet. Doch im täglichen Arbeitsablauf zeigt sich schnell eine neue, ganz praktische Herausforderung: Wie wird das Laden von Kundenfahrzeugen eigentlich effizient, sicher und ohne logistisches Chaos organisiert?

Wer eine Ladestation für die Werkstatt plant oder bereits installiert hat, merkt schnell, dass es mit dem bloßen Anschließen des Kabels nicht getan ist. Um den Werkstattbetrieb flüssig zu halten und teure Fehler zu vermeiden, müssen klare Prozesse definiert werden.

Wo ist der optimale Platz für die Ladestation?

Die Positionierung der Ladeinfrastruktur entscheidet darüber, ob das Laden zum Selbstläufer wird oder ständig die Abläufe blockiert. Generell haben sich in der Werkstattpraxis zwei Kernbereiche etabliert, die völlig unterschiedliche Zwecke erfüllen:

  • Der Diagnose- und Arbeitsplatz (Innenbereich): Eine Wallbox direkt an einer dafür vorgesehenen Hebebühne oder am Diagnosearbeitsplatz ist unverzichtbar. Viele Service- und Updatearbeiten an Elektro- und Hybridfahrzeugen erfordern eine stabile Spannungsversorgung des Fahrzeugs. Das Laden während der Diagnose verhindert, dass die 12-Volt- oder die Hochvoltbatterie während tiefergehender Systemprüfungen in die Knie geht.
  • Der Kunden- und Übergabeplatz (Außenbereich): Soll die Ladestation als Serviceleistung genutzt werden, gehört sie auf den Hof oder direkt an die Kundenparkplätze. Ein E-Auto nach der Inspektion vollgeladen an den Kunden zu übergeben, ist ein echter Image-Pluspunkt. Wichtig hierbei: Der Platz muss so gewählt werden, dass Verbrenner-Fahrzeuge die Säule nicht versehentlich blockieren („Zuparken“).

Interner Aufwand oder Service-Leistung: Wer zahlt für den Strom?

Das Laden im Rahmen der Reparatur (Werkstatt-Infrastruktur)

Strom ist ein Betriebsmittel – genau wie Reiniger, Öle oder Werkstattgase. Deshalb muss von Tag eins an klar sein, wie die Strommengen erfasst und verbucht werden. Hierbei sollten Werkstätten sauber zwischen zwei Szenarien trennen:

1. Das Laden im Rahmen der Reparatur (Werkstatt-Infrastruktur)

Wird das Fahrzeug geladen, weil es für die Diagnose oder die Kalibrierung zwingend notwendig ist, gehören diese Strommengen zu den internen Betriebskosten. Moderne, für den Werkstattbetrieb ausgelegte Ladestationen ermöglichen es, den Stromverbrauch pro Ladevorgang exakt zu erfassen – idealerweise gekoppelt mit dem Werkstatt-Auftrag im DMS (Dealer Management System).

2. Das Laden als Zusatz-Service für den Kunden

Möchte der Kunde sein Fahrzeug während des Werkstattaufenthalts explizit vollladen lassen, sollte dies als eigene Position auf der Rechnung auftauchen.

  • Tipp für die Praxis: Bieten Sie Pauschalen an (z. B. „Akku-Wiederauffüllung bis 80 %“), statt umständlich Kilowattstunden über geeichte Zähler abzurechnen, wenn Ihre Ladesäule die strengen Auflagen des Eichrechts für den öffentlichen Verkauf nicht erfüllt.

Brandschutz und Haftung: Sicherheit geht vor

Der Einbau von Ladeinfrastruktur im gewerblichen Raum unterliegt strengen Vorschriften der Berufsgenossenschaften und Versicherer. Folgende Punkte müssen im Werkstattalltag organisatorisch verankert sein:

  • Zugangskontrolle: Schützen Sie die Wallbox im Außenbereich vor unbefugtem Zugriff. Wenn jeder Passant nach Feierabend dort kostenlos laden kann, explodieren die Betriebskosten. Setzen Sie auf Systeme, die sich per RFID-Karte oder Schlüssel schalten lassen, sodass nur autorisierte Mitarbeiter den Ladevorgang starten können.
  • Regelmäßige Prüfung (DGUV Vorschrift 3): Ladestationen im Werkstattbetrieb sind gewerbliche elektrische Betriebsmittel. Sie müssen in regelmäßigen Abständen von einer Elektrofachkraft auf ihre Sicherheit überprüft und protokolliert werden.
  • Klare Zuständigkeiten: Definieren Sie fest im Team, wer für das An- und Abstecken der Fahrzeuge verantwortlich ist. Ein blockiertes E-Auto, das längst voll ist, nimmt dem nächsten Service-Fahrzeug wertvolle Zeit weg.

Fazit: Durchdachte Prozesse sichern den Vorsprung

Wer eine Ladesäule in der Werkstatt installieren möchte, sollte die Abläufe von hinten her denken. Eine professionell integrierte Wallbox im Werkstattbetrieb ist weit mehr als nur ein technisches Gadget – sie ist das Herzstück einer modernen Service-Infrastruktur.

Wenn Sie das Laden von Anfang an logistisch klug planen, die Kosten transparent erfassen und gezielt auf eine gewerbliche Förderung für Ladestationen setzen, machen Sie Ihren Betrieb fit für die Zukunft und sichern sich das Vertrauen einer stetig wachsenden Kundengruppe. 

Häufige Fragen zur Wallbox im Werkstattbetrieb

Wo sollte die Ladestation in der Werkstatt installiert werden?

Zwei Bereiche haben sich bewährt. Eine Wallbox am Diagnose- oder Hebebühnenplatz im Innenbereich sichert die stabile Spannungsversorgung während Service- und Updatearbeiten an Elektro- und Hybridfahrzeugen. Eine Ladestation im Außenbereich am Kunden- oder Übergabeplatz eignet sich als Serviceleistung – achten Sie dabei darauf, dass Verbrenner die Säule nicht zuparken.

Ja. Ladestationen im gewerblichen Betrieb gelten als elektrische Betriebsmittel und unterliegen der DGUV Vorschrift 3. Sie müssen in regelmäßigen Abständen von einer Elektrofachkraft auf ihre Sicherheit geprüft und die Prüfung dokumentiert werden.

Trennen Sie zwei Fälle sauber: Strom, der für Diagnose oder Kalibrierung zwingend nötig ist, zählt zu den internen Betriebskosten – idealerweise pro Ladevorgang erfasst und mit dem Auftrag im DMS gekoppelt. Lädt der Kunde sein Fahrzeug auf Wunsch voll, sollte das als eigene Position auf der Rechnung erscheinen.

Wer Strom kilowattstundengenau an Kunden verkauft, benötigt in der Regel eine eichrechtskonforme Messeinrichtung. Erfüllt Ihre Ladesäule diese Auflagen nicht, sind Pauschalen (z. B. „Akku-Wiederauffüllung bis 80 %”) eine praktikable Alternative zur kWh-genauen Abrechnung.

Sichern Sie Ladepunkte im Außenbereich gegen unbefugten Zugriff. Systeme mit RFID-Karte oder Schlüsselschalter stellen sicher, dass nur autorisierte Mitarbeiter einen Ladevorgang starten – sonst steigen die Betriebskosten unkontrolliert.

Für gewerblich genutzte Ladeinfrastruktur gibt es je nach Programm Zuschüsse von Bund, Ländern und teilweise Kommunen. Verfügbarkeit, Höhe und Bedingungen ändern sich häufig, daher sollten Sie vor der Anschaffung prüfen, welche Förderung aktuell offensteht. Einen Überblick finden Sie auf unserer Seite zur gewerblichen Förderung für Ladestationen.