Haftpflichtversicherer tragen Desinfektionskosten

In einem Gerichtsverfahren entschied das Amtsgericht Heinsberg kürzlich, dass in Zeiten der Coronakrise die Kosten für die Desinfektion und Reinigung von Reparaturautos von der Haftpflichtversicherung übernommen werden müssen.

Auf welcher Basis kam der Gerichtsentscheid zustande?

In dem Gerichtsfall erlitt ein Versicherungsnehmer Mitte Juni 2020 einen Autounfall und ließ das Auto bei einer Werkstatt reparieren. Die Haftpflichtversicherung übernimmt in diesem Fall jegliche Kosten, die auf Grund der Reparatur des Fahrzeuges entstehen. Die Werkstatt stellte dem Versicherungsnehmer eine Rechnung in Höhe von 3.262€. Bestandteil dieser Rechnung waren die Desinfektion und Reinigung des Fahrzeuges in Höhe von 60,87€, die die Haftpflichtversicherung jedoch nicht übernehmen wollte. Das Amtsgericht Heinsberg hat daraufhin entschieden, dass die Haftpflichtversicherung in Zeiten der Coronakrise dazu verpflichtet ist, die Kosten für die Reinigung und Desinfektion des reparierten Fahrzeugs zu erstatten, da Dritte während der Reparatur mit eventuell kontaminierten Flächen in Kontakt kommen. Die angedachte Höhe von 60€ schien dem Gericht dabei als angemessen, was somit als „Richtwert“ gesehen werden kann.

Wenn Sie Versicherungsfälle in Ihrer Werkstatt reparieren können Sie, mit Bezug auf das Urteil des Amtsgerichts Heinsberg, die Reinigung und Desinfektion des Fahrzeuges mit dem genannten Richtwert abrechnen.

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