Autogas LPG – ein alternativer Antrieb zum Nachrüsten

LPG – Liquified Petroleum Gas ist ein Kraftstoff für Benzin-Motoren. Etwa 400.000 Pkw sind mit LPG ausgestattet auf den deutschen Straßen unterwegs. Ein Auto, dessen Antrieb auf Autogas umgerüstet ist, fährt mithilfe von ebendiesem oder mit Benzin. Zwischen beiden Kraftstoffen lässt sich während der Fahrt einfach umschalten. Normalerweise starten die Motoren mit Benzin und sobald der Motor warm genug ist, schaltet das System selbstständig auf Autogas um. In Deutschland bieten zahlreiche Autokonzerne LPG ab Werk oder als direkte Umrüstung für Neuwagen an.

Woraus besteht LPG?

Autogas, Flüssiggas oder LPG besteht grundsätzlich aus einem Gemisch aus Butan und Propan. Erschlossen werden diese beiden Hauptbestandteile des Autogases bei der Erdölgewinnung, aber auch bei der Raffinerie von Diesel, Benzin und weiteren Kraftstoffen.

Nachrüstung mit Autogas und Kosten

Wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Autohersteller, die serienmäßig Fahrzeuge mit LPG als Kraftstoff anbieten. Grundsätzlich eignet sich der alternative Kraftstoff Autogas für Pkw, die bisher mit Benzin fahren. Nur wenige Benziner lassen sich nicht mit LPG umrüsten. Da LPG heißer verbrennt, als Benzin, müssen manchmal die Auslassventile mit einer gasfesten Variante ersetzt werden. Zudem gibt es Lösungen mit zusätzlich eingespritzten Additiven, die die Ventile schonen.

Für die Umrüstung gibt es professionelle LPG-Umrüstbetriebe. Die Kosten liegen dabei bei ca. 1.500 – 3.000 €. Der Preis hängt vom jeweiligen Fahrzeug- und Motortyp ab. Bei der Umrüstung wird die Gasanlage mit Filter, Gasverdampfer, Einspritzdüsen und eventuellem Additiv-Tank im Motorraum eingebaut. Für das Gas wird zudem ein zusätzlicher Tank verbaut. Meist werden dafür Radmulden-Tanks genutzt, die an der Stelle des Ersatzrades ihren Platz finden. Der Anschluss für den Tankstutzen kommt entweder neben den üblichen Tankstutzen hinter die Tankklappe oder wird in der Heckschürze des Fahrzeugs eingebaut.

Da bei der Umrüstungen Umbauten am Motor gemacht werden, erlischt die Hersteller-Garantie für das Aggregat. Seriöse Nachrüster übernehmen diese aber zu 100 Prozent. Deshalb sollte bei der Umrüstung genau darauf geachtet werden.

Nachfolgend befindet sich eine Übersicht der Umrüstungskosten für spezielle Pkw: PDF

Reichweite durch LPG

Die Reichweite eines umgerüsteten Pkw mit Autogas hängt wie bei jedem anderen Kraftstoff auch von der Größe des eingebauten Tanks ab, denn der kann von Fahrzeug zu Fahrzeug variieren. Auch muss beachtet werden, dass ein LPG-Tank aus Sicherheitsgründen nur zu 80 Prozent befüllt werden kann. Dann schaltet die Zapfsäule automatisch ab. Die restlichen 20 Prozent dienen als Puffer bei starker Ausdehnung des Gases. In einen 60-Liter-Tank passen effektiv also 48 Liter Autogas. Mit Autogas verbraucht das Fahrzeug etwa 10 Prozent mehr, als bei Benzin. Wenn ein Pkw auf 100 Kilometern rund 10 Liter Benzin verbraucht, sind es bei einem Fahrzeug, welches mit Autogas betrieben wird also 11 Liter LPG. Bei unserem Beispiel-Tank von 48 Litern Fassungsvermögen beträgt die Reichweite also etwa 430 Kilometer mit LPG. Da der normale Benzintank ebenfalls noch im Auto verbleibt, kommt die Reichweite mit Benzin noch einmal dazu. Tankt unser Beispielfahrzeug 60 Liter Benzin, sind insgesamt über 1000 Kilometer möglich.

Wie tankt man Autogas?

An vielen Tankstellen kann das Autogas bereits getankt werden. Je nachdem, wie das Fahrzeug nachgerüstet wurde, muss ein entsprechender Adapter angeschraubt werden. Der Zapfhahn kann anschließend mit dem Adapter oder direkt mit dem Fahrzeug verbunden werden. Danach muss an der Zapfsäule ein so genannter “Totmannschalter” zum Tanken betätigt werden. Dieser muss durchgehend gedrückt gehalten werden. Sobald man loslässt, ist der Tankvorgang beendet. Wenn der Tank zu 80 Prozent gefüllt ist, stoppt die Anlage automatisch. Beim Entfernen des Zapfhahns entweicht eine kleine Menge Autogas, die noch im Schlauch vorhanden ist. Dies ist völlig normal und absolut ungefährlich.

Wartungskosten nach der Umrüstung auf LPG

Nachdem das Fahrzeug umgerüstet wurde, werden entstehen zusätzliche Wartungskosten. Dazu gehören unter anderem ein Filterwechsel, die Kontrolle der Verbindungen, Befestigungen und Schläuche und die Prüfung der Dichtigkeit. Dies wird in der Regel im Rahmen der turnusgemäßen Inspektion gemacht. Nach Unfällen oder Bränden steht ebenfalls eine Gasanlagenprüfung auf dem Programm. Alle zwei Jahre wird die LPG Anlage außerdem bei der Hauptuntersuchung (HU) mit geprüft.

LPG Preise und Förderung

Die Preise pro Liter LPG schwanken je nach Region zwischen 45 und 90 Cent. Dabei sind die Preise in der Regel langsameren und geringeren Schwankungen unterworfen, als Benzin. Die Steuer auf LPG ist aktuell begünstigt. Diese Begünstigung sinkt jedes Jahr und geplant ist, dass es ab 2023 keine Steuerbegünstigung mehr gibt. Dann kostet der Liter Autogas knapp 15 Cent mehr und ist damit immer noch deutlich unter den Kosten von Benzin und Diesel.

LPG und die Umwelt

Im Zuge der Diskussionen um die Schadstoff-Emissionen von Pkw ist LPG eine interessante Alternative. Vergleiche haben bereits 2017 gezeigt, dass LPG-Fahrzeuge deutlich weniger Stickoxide ausstoßen und auch der Feinstaub wurde im Vergleich zum Benzinbetrieb um bis zu 99 Prozent gesenkt. Zudem können sich die CO2-Werte von LPG-Fahrzeugen sehen lassen, die 15 Prozent unter denen von vergleichbaren Benzinern liegen.

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