Gesetzliche Änderungen 2022

Neue Gesetze 2022: Das ändert sich für Ihre Werkstatt

Neue Gesetze 2022: Das ändert sich für Ihre Werkstatt

2021 war ein ereignisreiches Jahr und es geht ganz sicher spannend weiter. Viele neue Gesetze, Fristen und Termine stehen jetzt schon fest. Wir geben einen Überblick, was 2022 für Ihren Betrieb wichtig wird.

 

Kurzarbeit bis Ende März

Die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von bis zu 24 Monaten wird für weitere drei Monate verlängert – bis zum 31. März 2022. Das gilt auch für Erleichterungen und Sonderregelungen für den Bezug des Kurzarbeitergeldes. Die bisherige vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge wird auf 50 Prozent reduziert.

 

Corona-Bonus: Auszahlung bis Ende März

Arbeitgeber können weiterhin ihren Beschäftigten einen Corona-Bonus zahlen. Noch bis zum 31. März 2022 haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, maximal 1.500 Euro als steuerfreie Corona-Prämie zusätzlich zum Arbeitslohn aufgrund von unverzichtbaren Leistungen während der Pandemie zu erhalten. Der Bonus ist branchenunabhängig. Die Höchstgrenze von 1.500 Euro darf dabei nicht überschritten werden, d. h., wenn bereits 2021 ein Corona-Bonus von 1500 Euro gezahlt wurde, kann nicht nochmals eine steuerfreie Auszahlung erfolgen. Wurde allerdings ein geringerer Betrag gewährt, darf noch bis 31. März 2022 der Höchstbetrag ausgezahlt werden.

 

Mehr Lohn für Auszubildende

Seit 2020 ist die Mindestvergütung für Azubis im Berufsbildungsgesetz festgelegt. Ausbildungsbetriebe sind dazu verpflichtet, ihren Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu zahlen. Mit fortschreitender Ausbildung muss die Vergütung steigen – mindestens 1-mal im Jahr. Für Lehrverträge ab dem 1. Januar 2022 erhalten Auszubildende für das erste Ausbildungsjahr eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung von 585 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 690 Euro, im dritten 790 Euro und im vierten Jahr 819 Euro. Das sind jeweils 18 Prozent, 35 Prozent und 40 Prozent mehr als der Einstiegsbetrag für das erste Ausbildungsjahr.

Mindestlohn steigt

2022 ändert sich der gesetzliche Mindestlohn gleich zweimal: Ab dem 1. Januar muss Arbeitnehmern 9,82 Euro pro Stunde gezahlt werden, und ab dem 1. Juli 2022 10,45 Euro pro Stunde. Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro/Stunde.

 

 

Digitale Krankmeldung

Bereits seit Oktober 2021 übermitteln Ärzte Krankmeldungen digital an die Krankenkassen. Ab dem 1. Juli 2022 stellen die Krankenkassen die elektronisch übermittelten Krankmeldungen auch den Arbeitgebern digital zur Verfügung. Der gedruckte „gelbe Schein“ wird dann nicht mehr gebraucht. Die Krankmeldung wird damit sukzessive digitalisiert. Das neue Verfahren vereinfacht die Abläufe bei der Krankmeldung und spart Papier ein.

Autoversicherungen

Jährlich werden neue Typklassen für die Autoversicherungen berechnet. 2022 sind Besitzer von rund elf Millionen Autos in Deutschland in der Kfz-Haftpflichtversicherung von einer Änderung der Typklasse betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr werden mehr als sieben Millionen Pkw in eine höhere Klasse eingestuft. Halter von rund 4,3 Millionen Autos profitieren von einer niedrigeren Einstufung.

 

Neue Batterieverordnung

Zum 1. Januar 2022 soll das deutsche Batteriegesetz (BattG) von der neuen Batterieverordnung (BattVO) in allen EU-Staaten abgelöst werden. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollen Batterien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg umweltfreundlicher werden. Vor allem die Mindestsammelquote soll steigen.

 

EEG-Umlage 2022

Die EEG-Umlage sinkt 2022 von derzeit 6,5 Cent auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte liegt derzeit bei 31,38 ct/kWh und ist damit so hoch wie nie. Die Änderung der EEG-Umlage würde den aktuellen durchschnittlichen Strompreis um rund elf Prozent senken, jedoch stehen der niedrigeren EEG-Umlage die höheren Beschaffungskosten für Strom gegenüber. Dass der Strompreis fällt, ist deshalb unwahrscheinlich.

 

Steuerliche Entlastung für Familienbetriebe

Ab Januar 2022 gibt es ein neues steuerliches Optionsmodell für Personengesellschaften: Bestimmte Personengesellschaften können wie Kapitalgesellschaften besteuert werden. Die niedrigeren Steuersätze sollen mittelständische Unternehmen finanziell stärken. Diese Option steht jedoch nur Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften zu, sie gilt nicht für Einzelunternehmern.

 

Portopreise steigen

Die Deutsche Post hat bekannt gegeben, dass verschiedene Briefprodukte um jeweils fünf Cent teurer werden. Ein Standardbrief kostet ab 2022 beispielweise 85 Cent statt bisher 80 Cent, für einen Kompaktbrief muss ein Euro statt derzeit 95 Cent gezahlt werden. Nicht nur Briefe, auch Einschreiben, Warensendungen und Nachsendeanträge kosten 2022 mehr.

 

Solarpflicht in Baden-Württemberg

Beim Neubau von Nichtwohngebäuden und auf Parkplatzflächen müssen ab Januar 2022 in Baden-Württemberg Photovoltaikanlagen (PV) zur Stromerzeugung installiert werden. Bei Parkplätzen gilt die Regelung für alle Flächen ab 35 Auto-Stellplätzen. Auch in anderen Bundesländern wird über ähnliche Gesetze diskutiert.

Kündigungsbutton bei Verbraucherverträgen Pflicht

Beim Abschluss von Online-Verträgen wird ab Juli 2022 ein Kündigungsbutton verpflichtend. Dieser muss leicht zugänglich und gut sichtbar auf der Internetseite bereitgestellt werden. Die Regelung gehört zum Gesetz für faire Verbraucherverträge.

 

Jahresrückblick 2021 mit Qualität ist Mehrwert

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