Eichrechtskonforme Ladestationen

Elektro- und Hybridfahrzeuge werden zunehmend gefördert. Der noch kleine Markt soll in den nächsten Jahren endlich Fuß fassen am Massenmarkt. Die Ladeinfrastruktur spielt dabei eine sehr große Rolle, bezüglich des geltenden Eichrechts und dessen Handhabung sind aber viele Anbieter von Ladestationen noch verunsichert.

Eichrechtskonforme Ladestationen – Wieso eigentlich?

Wer anfangs sein Elektro- oder Hybridfahrzeug aufgeladen hat, war sicher nicht nur einmal schlichtweg verwirrt beim Blick auf die Abrechnung des Ladevorgangs. Wie sich der Rechnungsbetrag zusammensetzte war oft nicht eindeutig ersichtlich bzw. vom Betreiber abhängig: Der eine rechnete pro Lademinute ab, der nächste wollte eine Pauschale oder auch eine monatliche Flatrate und einer berechnete die Kilowattstunden…
Schluss damit! Es mussten einheitliche Bedingungen her, der 01. April 2019 war Stichtag. Es gilt eine nachvollziehbare Berechnung nach Kilowattstunden. Zeittarife und Pauschalbeträge sind seitdem nicht mehr zulässig.

Die Abrechnung darf nur noch über folgende Arten erfolgen

  • Rein Verbrauchsabhängig (in Kilowattstunden)
  • Kombination aus kWh und einer Nutzungsgebühr
  • Kombination aus kWh und Zeittarif, wie bei einem Parkticket
  • Monatliche Flatrate (ähnlich wie beim Smartphone)

Die Zahlung/Abrechnung erfolgt in den meisten Fällen erst verzögert zum Monatsende. Die Daten müssen daher korrekt erfasst, zuordnungsbar gespeichert und von jeglicher Manipulation geschützt werden.
Für Anbieter, die die Ladestation nebenbei betreiben, gar nicht so einfach, aber durchaus umsetzbar. Manche Anbieter ermöglichen ihren Kunden sogar eine Einsicht/Prüfung der Daten in einem Online-Backend.

Mehr als nur der Stromzähler

Um den ganzen Vorgang fälschungssicher aufzustellen, werden somit mehr Informationen beim Laden erfasst als man im ersten Moment denkt – nicht nur der geladene Strom.  Ein Datensatz bei einem Ladevorgang sieht z.B. wie folgt aus

  • Messwert und dessen Einheit
  • Zeitpunkt der Messung
  • Ladestations-ID
  • Kunden-/Transaktions-ID

Um wirklich sicher zu sein, verlangt das Eichrecht, dass der gesamte Prozess über geeichte Instrumente erfolgt. Alle Geräte/Instrumente, die die erfassten Daten auf irgendeiner Art und Weise verarbeiten, müssen den Bestimmungen entsprechen.

Wie sieht die Situation bei Schnellladestationen aus?

Ein Problem besteht noch bei den Schnellladestationen: Viele haben noch keine eichrechtskonformen Stromzähler. Die Integration in den Systemen ist dort weitaus komplexer, aus diesem Grund wurde den Herstellern mehr Zeit für die Umrüstung gegeben.

Wann bin ich eichrechtspflichtig?

Verunsicherung hat sich bei vielen breit gemacht, aber die Regelung ist klar: Dort wo der Ladestrom abgerechnet wird, muss auch die Bestimmungen des Eichrechts eingehalten werden.
Nutzen also Ihre Mitarbeiter oder Kunden Ihre Ladestation unentgeltlich oder dient die Station nur Ihrem Firmenfuhrpark, sind Sie dazu nicht verpflichtet. Berechnen Sie die Vorgänge, gilt die Pflicht.
Wer seinen Dienstwagen daheim auflädt und den Vorgang bei der Firma abrechnet unterliegt ebenfalls der Pflicht zur eichrechtkonformen Infrastruktur. Größere Betriebe können sich auch mit Ladedienstleistern behelfen.

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