Gaskosten reduzieren: Praktische Tipps zum Energiesparen in der Kfz-Werkstatt

Gaskosten reduzieren

Die Energiepreise ziehen immer weiter an und viele Unternehmen befürchten, dass in Deutschland das Gas knapp wird. Wir geben Tipps, wie Werkstätten die Kosten für Gas und Strom runterschrauben können.

1. Verbrauchsdaten ermitteln: Was kosten Gas und Strom?

Um gezielt Energiesparmaßnahmen zu ergreifen, sollten sich Werkstätten zunächst einen Überblick über die Gaskosten verschaffen. Nur wer die Zahlen kennt, kann sehen, welche Geräte oder Abläufe Energiefresser sind und wo es Einsparpotenzial gibt. Wer Verbräuche selbst ermittelt, muss dafür Zeit einplanen. Einen Leitfaden und Werkzeuge für die Ermittlung der Energieverbräuche bietet die  „Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz“ (MIE). Unterstützung von außen gibt es durch professionelle Energieberatungen. Handwerks-Betriebe können Förderungen dafür beantragen.

2. Beim Heizen Gaskosten senken

Wie heizen Sie? Mit Gas, Öl, Strom oder Wärmepumpe? Die Heizung gehört zu den großen Energiefressern in Kfz-Betrieben und treibt die Gaskosten nach oben. Eine regelmäßige Wartung, aber auch Modernisierungsmaßnahmen oder sogar der komplette Umstieg auf eine andere Beheizungsart können viel Energie einsparen. Jede Heiztechnik hat Vor- und Nachteile. Werkstattbetreiber sollten genau abwägen, welche Anforderungen in ihrem Betrieb bestehen und anhand dessen die effizienteste Heizung auswählen. 

Wird Gas in Deutschland knapp
Gasspeicher, Windkraftanlagen und Kräne im Hafengebiet in Hamburg, Deutschland

3. Mit Dämmung Gaskosten sparen

Energie sparen beginnt beim Gebäude. Die gezielte Dämmung von Dächern und Wänden kann dabei unterstützen, den Verbrauch von Gas effektiv zu reduzieren. Bauliche Veränderungen sind jedoch oft teuer und meist muss ein Experte zu Rate gezogen werden. Aber schon kleine Schritte helfen, um Gaskosten zu sparen: Zum Beispiel beheizte und unbeheizte Räume klar voneinander zu trennen oder das Dämmen von Wärmeverteilleitungen.

4. Beim Licht auf LED setzen

Mit einer Umstellung auf LED-Leuchtmittel können Werkstätten den Stromverbrauch effektiv senken und 20 bis 50 Prozent der Beleuchtungskosten einsparen. Zudem sind LED-Strahler langlebiger, heller und blenden oftmals weniger. Ein kompletter Beleuchtungsaustausch ist durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderbar.

5. Isolierte Türen und Fenster – weniger Energiekosten

Beim Thema Dämmung können auch Türen und Fenster einen erheblichen Beitrag leisten: Automatische Rolltore mit vorgesetzten Luftschleusen, selbstschließende Türen und gut isolierte Fenster können im Winter den Wärmeschutz verbessern und im Sommer lassen sie weniger warme Luft ins Gebäude. Diese Maßnahmen können zur Senkung der Gaskosten beitragen.

6. Abwärme nutzen

Viele Maschinen in Kfz-Betrieben werden mit Druckluft betrieben. Ein Großteil der Abwärme geht dabei ungenutzt verloren. Dabei lässt sich Abwärme von Kompressoren für die Beheizung oder Vorwärmung von Prozessmedien nutzen, was wiederum die Gaskosten senken kann. Defekte Kupplungen, Leitungen oder Schläuche sollten ausgetauscht werden. Druckluftbetriebene Werkzeuge können gegebenenfalls durch elektrische ersetzt werden.

7. Anlagentechnik checken

Um Gaskosten zu sparen, ist es für Kfz-Betriebe sinnvoll, die gesamte Anlagentechnik ihres Betriebs zu überprüfen. Wo können Prozesse automatisiert werden? Ein Bewegungsmelder im Lager, der das Licht automatisch an- und ausschaltet oder die Umstellung auf ein cloud- und webbasiertes Datenmanagement kann Energiekosten sparen. 

8. Solarstrom nutzen

Selbstproduzierter Strom mit einer Photovoltaik-Anlage ist preiswerter als eingekaufte kWh. Deshalb lohnt es sich zu prüfen, ob eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Werkstatt installiert werden kann. Wichtige Kriterien sind der Gebäudestandort, die Ausrichtung des Daches und die Verschattungssituation.

Solarstrom nutzen

FAQ

Es ist noch unklar, ob Deutschland in Zukunft genug Gas haben wird. Durch den Ukrainekrieg droht eine Energieknappheit im Winter. Die Befürchtung ist, dass Europa von russischer Seite der Gashahn zugedreht wird und die Gaskosten weiter in die Höhe steigen. Die Politik arbeitet an Krisenplänen und rät zur Senkung der Energieverbräuche, um eine Versorgungskrise zu verhindern.

Erdgas ist neben Kohle und Erdöl ein wichtiger Energieträger in Deutschland, sowohl für Privathaushalte als auch für die Industrie. Den Großteil bezieht Deutschland aus dem Ausland, zum Teil über Pipelines durch die Ukraine: 38,2 Prozent kommen aus Russland, gefolgt von Norwegen und den Niederlanden. Um Deutschland möglichst schnell unabhängig von russischen Gasimporten zu machen, werden Alternativen gesucht, zum Beispiel Flüssiggas aus Nordamerika oder Gas aus Westafrika. Auch die umstrittene Fördermethode Fracking wird als Lösung für die Energiekrise diskutiert.

Die Nachfrage nach Gas ist derzeit höher als das Angebot – das treibt den Preis nach oben. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat zu Preissprüngen an der Gasbörse geführt. Russland hat seine Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 gedrosselt. Die Sorge ist groß, dass die Liefermengen weiter reduziert werden. Die Gasversorgung in Deutschland ist derzeit stabil. Ob die Gasspeicher im Winter weiter gefüllt bleiben, ist allerdings offen.

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