Weg zur Weiterbildung

Wie Sie und Ihre Mitarbeiter von staatlicher Förderung profitieren

Die Arbeitswelt wird sich wegen der Digitalisierung und Automatisierung künftig verändern: Einige Jobs könnten durch Technologien ersetzt werden und wegfallen, andere entstehen neu, viele Berufe verändern sich. Dafür braucht es Weiterbildungen mit einem qualifizierten Abschluss. Die Agentur für Arbeit möchte die Qualifizierung von Beschäftigten mit ihrer Qualifizierungsoffensive fördern und Unternehmen dabei unterstützen, sich für den Strukturwandel vorzubereiten. Dafür wurde jetzt das neue Qualifizierungschancengesetz erlassen.

Das Qualifizierungschancengesetz:

Das Qualifizierungschancengesetz ist Teil der Qualifizierungsoffensive der Bundesregierung.
Angestellte erhalten dadurch mehr Möglichkeiten, im Job an einer Weiterbildung oder Umschulung teilzunehmen. Unternehmen werden durch finanzielle Hilfen darin bestärkt, nachhaltig in ihre Mitarbeiter zu investieren. Zwar bleiben Unternehmen und Angestellte auch weiterhin selbst verantwortlich für die Weiterqualifizierung, aber Dank der Fördermöglichkeiten durch das Qualifizierungschancengesetz können die Kosten dabei bis zu 100% von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden.

Die Profiteure:

Vom Qualifizierungschancengesetz profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber:
Arbeitgeber werden durch die staatliche Förderung der Fortbildungen ihrer Mitarbeiter finanziell entlastet und profitieren zusätzlich von besser ausgebildeten Angestellten. Eine Weiterbildung bindet Mitarbeiter außerdem enger an das Unternehmen.
Arbeitnehmern bietet das Qualifizierungschancengesetz erstmals das Recht, sich zu Fortbildungen beraten zu lassen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich außerhalb ihres Berufs weiterzubilden und erlangen dadurch bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt. Weiterbildungen sind berufsbegleitend möglich und auch Teilzeitkräfte profitieren von dem neuen Gesetz.

Die Förderung:

Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt einen Teil der Weiterbildungskosten und bezuschusst die Lohnkosten, wenn Werkstätten ihre Mitarbeiter während der Fortbildung bei vollem Gehalt freistellen. Die Höhe dieser Zuschüsse hängt von der Größe der Werkstatt ab:
Bei Werkstätten mit weniger als zehn Beschäftigten werden die Kosten für die Weiterbildung komplett übernommen und die Lohnfortzahlungskosten zu 75 Prozent.
Werkstätten mit 10 bis 249 Mitarbeitern bekommen die Hälfte der Kosten erstattet.

Die Weiterbildungen:

Nicht jede Fortbildung wird vom Staat finanziell unterstützt. Fünf Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Weiterbildung nach dem Qualifizierungschancengesetz gefördert wird:

  1. Die Berufsausbildung muss mindestens vier Jahre zurückliegen, damit ein Mitarbeiter gefördert wird.
  2. Auch zwei Fortbildungen müssen mindestens vier Jahre auseinander liegen.
  3. Inhaltlich muss die Weiterbildung über eine kurzfristige, arbeitsplatzbezogene Anpassungsfortbildung hinausgehen.
  4. Die Fortbildung muss extern von einem dafür zertifizierten Bildungsträger durchgeführt werden. In der Werkstatt selbst darf die Weiterbildung nur stattfinden, wenn sie von einem externen Dienstleister angeboten wird.
  5. Die Weiterqualifizierung muss mehr als 160 Stunden (das entspricht vier Wochen) dauern.

Wurde eine Fortbildung genehmigt, wird daraufhin ein Bildungsgutschein ausgegeben, der bei einem zertifizierten Bildungsträger eingelöst werden kann.

Die Möglichkeiten von Arbeitgebern:

Arbeitnehmer haben keinen Rechtsanspruch auf Weiterbildung, da diese eine Ermessensleistung des Arbeitgebers sind. Deshalb können Angestellte Fortbildungen nur in Absprache mit ihrem Arbeitgeber realisieren.

Mehr Informationen:

Wenn sich Arbeitgeber über Weiterqualifizierungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter informieren wollen, ist der Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit der richtige Ansprechpartner. Telefonisch erreichbar ist dieser unter der bundesweiten, gebührenfreien Hotline 0800 4 55 55. Dort erhalten Sie auch Informationen darüber, wie Zuschüsse beantragt werden und wo ein zertifizierter Weiterbildungsanbieter gefunden wird.

Quelle: impulse