Beim letzten Werkstatt‑Stammtisch des Jahres 2025 stand ein hochaktuelles Thema im Mittelpunkt: Künstliche Intelligenz (KI) im freien Kfz‑ und Nfz‑Werkstattalltag. Die Runde zeigte eindrücklich, wie unterschiedlich Werkstätten derzeit KI nutzen. Das Spektrum reichte von keiner Nutzung über gelegentliche private Anwendung bis hin zu regelmäßigen Einsätzen von Tools wie ChatGPT, Perplexity und Google Gemini in der Werkstattpraxis.
KI-Nutzung vor allem für Recherchen, Text‑ und Bildgenerierung
Ein zentrales Ergebnis: KI wird aktuell vor allem für Recherchen, Text‑ und Bildgenerierung sowie Büroanwendungen genutzt. Praxisbeispiele aus den teilnehmenden Betrieben reichten von der Erstellung von Briefen, Prüfprotokollen und Anrufbeantworter‑Texten bis hin zu Reklamations‑Korrespondenzen. Besonders nützlich zeigte sich KI auch beim Zusammenfassen komplexer Dokumente wie Gutachten oder Einbauanleitungen sowie bei der Content‑Erstellung für Social Media.
Vorstellung des spezialisierten Werkstatt‑KI‑Tools Qira
Ein Highlight war die Vorstellung des spezialisierten Werkstatt‑KI‑Tools Qira. Obwohl erste Tests zeigten, dass die Software aktuell noch unausgereift ist und den Preis von ca. 70–79 € monatlich nicht rechtfertigt, sahen die Teilnehmer großes Potenzial, sobald Datenbasis, Genauigkeit und Funktionen weiter verbessert werden. Die Entwicklung wird als dynamisch eingeschätzt – Werkstätten sollten diese Tools im Blick behalten.
Ein wichtiger Diskussionspunkt waren technische und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen: Der EU‑AI‑Act bringt strenge Vorgaben für den KI‑Einsatz, insbesondere beim Umgang mit sensiblen Kundendaten. Klare Empfehlung: Keine sensiblen Daten in KI‑Systeme eingeben, die Daten auf externen Servern verarbeiten.
Innovative KI-Beispiele aus der Werkstatt-Praxis
Innovative Beispiele aus der Praxis zeigten, wie ein Werkstattinhaber mit Google Gemini‑basierten Chatbots Teilelisten für Angebotserstellungen erzeugt – eine echte Entlastung für fachfremde Mitarbeiter. Solche Chatbots fungieren als Assistenz, ergänzend zur bestehenden Werkstattsoftware.
Im Bereich Kundenkontakt wurden KI‑Telefonbots diskutiert – etwa für Vorqualifizierung von Anfragen oder Terminvereinbarung. Trotz technischer Machbarkeit wurden Akzeptanzfragen und Herausforderungen bei der Integration in Kalender‑Systeme (z. B. Outlook) thematisiert. Die Balance zwischen Automatisierung und persönlichem Service bleibt entscheidend.
KI‑Einsatzfelder in Werkstätten und Autohäusern
Ein Überblick über eine aktuelle Studie des Instituts für Automobilwirtschaft zeigte: KI‑Einsatzfelder in Werkstätten und Autohäusern sind vielfältig – von Marketing & Kundenansprache über Personalmanagement, Buchhaltung und Controlling bis hin zu Prognosen oder zukünftiger Fahrzeugdiagnose. Derzeit dominieren organisatorische und Marketing‑Anwendungen, konkrete Diagnose‑Einsätze stehen noch am Anfang.
Abschließend wünschten sich die Teilnehmer weiterführende Schulungen und Praxis‑Workshops, Empfehlungen zu KI‑Tools und mehr Best‑Practice‑Austausch.
Der nächste Werkstatt-Stammtisch hat am 27. Januar 2026 das Thema: Chancen der E-Mobilität nutzen, Herausforderungen meistern! Nutzen Sie die Chance zur Diskussion mit Kristiane Guth (Qualität ist Mehrwert), Volker Voß (SKF) und anderen Werkstatt-Profis über die optimale Reparaturpraxis, die effiziente Ersatzteilversorgung, strukturierte Reparaturanleitungen und viele weitere brennende Fragen zur E-Mobilität.






















































