Werkstatt-Stammtisch zu Elektromobilität in der freien Werkstatt Chancen, Herausforderungen und Praxistipps

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Am 19. August 2025 kamen Werkstattinhaber, Berufsschullehrer, Vertreter der Fachpresse sowie Teilehersteller zum Werkstatt-Stammtisch zusammen. Im Fokus der angeregten Diskussion mit Gastgeberin Kristiane Guth (Qualität ist Mehrwert) und Referent Michael Dittmar (Kfz-Meister, Werkstattinhaber) stand das Thema Elektromobilität in der freien Werkstatt.

Zu Beginn der Veranstaltung berichtete Michael Dittmar von seiner mehr als zehnjährigen Erfahrung mit Elektrofahrzeugen. Bereits 2013 reparierte seine Werkstatt erste Fahrzeuge für die Post, heute entfallen rund 35 % des Umsatzes auf diesen Bereich. Dabei betonte er: „Der Verbrenner bleibt das Hauptgeschäft, aber E-Mobilität gewinnt stetig an Bedeutung.“

Sicherheit durch Schulung und Ausrüstung

Ein zentraler Punkt war die Bedeutung qualifizierter Schulungen und sicherer Werkstattausstattung. Die vier Schulungsstufen für Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen sowie Pflichtschulungen der BG wurden detailliert besprochen. Empfohlene Ausrüstung: Multimeter mit Isolationsprüfer, Gummihandschuhe, spezielle Hebebühnen, Klimageräte u.v.m.

Typische Fehler und Reparaturaufwand

Die Teilnehmer diskutierten häufige Fehlerbilder bei E-Fahrzeugen wie Kontaktprobleme, Isolationsfehler und Klimaanlagendefekte. Besonders betont wurde die Komplexität der Fehlersuche und der teils hohe Reparaturaufwand. Angemessene, transparente Stundensätze sind wichtig für die Kundenakzeptanz.

Wartung und Zusatzservices

Auch E-Fahrzeuge benötigen Wartung: vom Kühlmittel- bis zum Innenraumfilterwechsel. Zusatzleistungen wie Klimaservice und Getriebeölspülung werden zunehmend nachgefragt – sofern gut erklärt. Kundeninformation und transparente Kommunikation sind entscheidend.

Ladeinfrastruktur: Herausforderung und Chance

Die Diskussion um Ladeinfrastruktur zeigte: Der Aufbau ist oft teuer und technisch komplex. Dynamische Lösungen wie das MAHLE Charge Pick oder mobile Ladegeräte bieten neue Ansätze. Wichtig: Sichtbarkeit und Kundenorientierung – Ladestationen können auch ein Marketinginstrument sein. Ein offener Punkt blieb die rechtssichere Prüfung von Ladekabeln. Aktuell fehlt eine einheitliche Norm. Werkstätten sollten nur Geräte und Anbieter mit BG-Anerkennung nutzen und Prüfungen nachvollziehbar dokumentieren.

Erfahrungsaustausch als Erfolgsfaktor

Der Stammtisch zeigte: Elektromobilität stellt Werkstätten vor neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen. Offene Kommunikation, Weiterbildung und Austausch mit anderen Betrieben und Institutionen wie der Hochschule Bochum sind der Schlüssel zum Erfolg. Das Thema Elektromobilität soll auf Wunsch der Teilnehmer in den nächsten Monaten erneut beim Stammtisch aufgegriffen werden, um aktuelle Entwicklungen sowie Praxisfragen zu diskutieren.

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