Blaulicht wird von vielen Verkehrsteilnehmern erst wahrgenommen, wenn Einsatzfahrzeuge bereits in unmittelbarer Nähe sind – insbesondere an Kreuzungen oder bei eingeschränkter Sicht. FORVIA HELLA, Partner der Initiative Qualität ist Mehrwert, arbeitet deshalb gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung im Projekt KOLLEKT an einer intelligenten Licht- und Kommunikationslösung, die kritische Verkehrssituationen künftig frühzeitig entschärfen soll.
Moderne Fahrerassistenzsysteme unterstützen Fahrer heute bereits in vielen Situationen. Wenn sich jedoch ein Rettungswagen, Feuerwehr- oder Polizeifahrzeug mit Sonderrechten einer Kreuzung nähert, stoßen bestehende Systeme häufig an ihre Grenzen. Gebäude, parkende Fahrzeuge oder dichter Verkehr können die Sicht versperren, sodass Einsatzfahrzeuge oft erst sehr spät erkannt werden.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt KOLLEKT an. Das Verbundprojekt entwickelt neue Möglichkeiten, Lichttechnik, Sensorik und Fahrzeugkommunikation miteinander zu verknüpfen, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.
Warnungen bereits vor dem Sichtkontakt
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur. Informationen über Position, Fahrtrichtung und Annäherung eines Einsatzfahrzeugs sollen künftig digital an andere Fahrzeuge übertragen werden. Dadurch können Fahrerassistenzsysteme oder Anzeigen im Fahrzeug bereits warnen, bevor das Einsatzfahrzeug überhaupt sichtbar oder hörbar ist.
Gleichzeitig wird untersucht, wie intelligente Lichtsysteme diese Informationen zusätzlich unterstützen und eindeutig kommunizieren können. Gerade im innerstädtischen Verkehr bietet dieser Ansatz großes Potenzial. An unübersichtlichen Kreuzungen oder in dicht bebauten Bereichen könnten Verkehrsteilnehmer früher reagieren und Einsatzfahrzeugen schneller Platz machen. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Unfällen, die durch verspätete Wahrnehmung entstehen.
Licht wird Teil der digitalen Fahrzeugkommunikation
Für FORVIA HELLA ist das Projekt ein weiterer Schritt hin zu einer intelligent vernetzten Fahrzeugbeleuchtung. Licht übernimmt künftig nicht mehr nur die Aufgabe, die Fahrbahn auszuleuchten oder Signale anzuzeigen. Es entwickelt sich zunehmend zu einem Bestandteil der Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Verkehrsteilnehmern. Digitale Informationen können klassische optische Warnsignale sinnvoll ergänzen und deren Wirkung erweitern.
Mit der zunehmenden Automatisierung des Straßenverkehrs gewinnt diese Entwicklung weiter an Bedeutung. Fahrzeuge müssen künftig nicht nur ihre Umgebung erkennen, sondern Informationen auch miteinander austauschen, um kritische Situationen frühzeitig zu entschärfen.






















































