Künstliche Intelligenz ist im Kfz-Gewerbe längst mehr als ein Zukunftsthema. Eine aktuelle Studie von Wolk & Nikolic After Sales Intelligence zeigt: 35 Prozent der befragten Kfz-Betriebe setzen bereits KI-gestützte Werkzeuge ein, 84 Prozent sehen darin künftig konkrete Einsatzmöglichkeiten. Besonders interessant für freie Werkstätten: Nicht die Betriebsgröße entscheidet über die Nutzung.
Für die Studie wurden im Juni 2026 insgesamt 204 Betriebe in Deutschland telefonisch befragt, darunter 101 freie Werkstätten und 103 markengebundene Autohäuser. Systemgebundene freie Werkstätten erreichen dabei mit 42 Prozent sogar eine höhere KI-Nutzungsquote als Autohäuser mit 34 Prozent. Bei unabhängigen freien Werkstätten liegt sie bei 30 Prozent.
Diagnose und Teileidentifikation im Fokus
Besonders großes Potenzial sehen freie Werkstätten bei technischen Aufgaben. 64 Prozent nennen Fahrzeugdiagnose und Fehleranalyse als wichtiges künftiges KI-Einsatzfeld. Ersatzteilsuche und Teilebestellung folgen mit 37 Prozent, Elektromobilität und Fahrerassistenzsysteme mit 31 Prozent. KI kann hier zum Beispiel dabei helfen, große Informationsmengen schneller auszuwerten und die Recherche bei unterschiedlichen Fahrzeugmarken und -modellen zu unterstützen.
Die Studie zeigt zugleich klare Grenzen: Werkstätten suchen Unterstützung, möchten die fachliche Entscheidung aber nicht an eine Software abgeben. Über alle befragten Betriebe hinweg sehen 55 Prozent besonderes Potenzial bei Diagnose und Fehleranalyse, lediglich sechs Prozent bei der Qualitätskontrolle nach einer Reparatur.
Gute Integration wichtiger als ein niedriger Preis
Entscheidend für eine stärkere Nutzung sind laut Studie vor allem zuverlässige und nachvollziehbare Ergebnisse. 72 Prozent nennen diesen Punkt als Voraussetzung. Fast ebenso wichtig sind die Integration in bestehende Werkstattsoftware und DMS-Systeme mit 70 Prozent sowie Schulungen und technischer Support mit 69 Prozent. Niedrigere Anschaffungskosten landen dagegen auf dem letzten Platz der abgefragten Anforderungen.
Für freie Werkstätten zeichnet sich damit ein pragmatischer Weg ab: KI kann Diagnose, Recherche und Organisation beschleunigen. Fachwissen, Erfahrung und die abschließende Entscheidung des Werkstattprofis bleiben dabei unverzichtbar.























































