Werkstatt-Stammtisch: Benchmarking als Schlüssel für bessere Entscheidungen

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Wie wirtschaftlich arbeitet meine Werkstatt wirklich? Welche Kennzahlen sind entscheidend – und wie lassen sie sich sinnvoll einordnen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Werkstatt-Stammtisch der Initiative Qualität ist Mehrwert am 21. Juli 2026.

Gastreferent Bas Wintjes, Gründer des niederländischen Unternehmens WES, zeigte anhand zahlreicher Praxisbeispiele, welchen Mehrwert ein systematisches Benchmarking für freie Werkstätten bieten kann. Als ehemaliger Werkstattinhaber weiß er aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, die eigene betriebliche Entwicklung allein anhand des Umsatzes zu beurteilen. Heute werden über die WES-Plattform die anonymisierten Betriebsdaten von rund 3.500 Werkstätten in neun europäischen Ländern ausgewertet und miteinander verglichen. Ziel ist es, Werkstätten eine fundierte Grundlage für betriebliche Entscheidungen zu liefern.

Zahlen richtig einordnen statt nur beobachten

Ein zentrales Thema des Abends war die Frage, welche Kennzahlen im Werkstattalltag tatsächlich relevant sind. Dabei wurde deutlich: Erst der Vergleich mit ähnlichen Betrieben ermöglicht eine realistische Einschätzung der eigenen Leistung.

Bas Wintjes machte deutlich, dass sich der Werkstattumsatz im Wesentlichen auf zwei Einflussgrößen zurückführen lässt: die Anzahl der bearbeiteten Fahrzeuge und den durchschnittlichen Umsatz pro Fahrzeug beziehungsweise Auftrag. Wer diese Kennzahlen regelmäßig beobachtet und ihre Entwicklung versteht, kann Potenziale erkennen und gezielt Maßnahmen ableiten.

Gleichzeitig wurde betont, dass Abweichungen vom Durchschnitt nicht automatisch Handlungsbedarf bedeuten. Spezialisierungen, regionale Unterschiede oder individuelle Geschäftsmodelle können Kennzahlen bewusst beeinflussen. Benchmarking soll deshalb keine Bewertung sein, sondern Denkanstöße liefern und helfen, die richtigen Fragen zu stellen.

Intensiv diskutiert wurden außerdem die Angebotsgestaltung und die Preisargumentation gegenüber Werkstattkunden. Deutlich wurde: Kennzahlen liefern eine wichtige Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen, den Erfolg bestimmen jedoch auch eine transparente Preisgestaltung und die Fähigkeit, den Mehrwert von Werkstattleistungen gegenüber dem Kunden überzeugend zu vermitteln.

Erfahrungsaustausch aus der Praxis

Wie gewohnt lebte der Werkstatt-Stammtisch nicht nur von den Impulsen des Referenten, sondern vor allem vom offenen Austausch der Teilnehmer. Diskutiert wurde unter anderem, wie häufig Werkstätten ihre betriebswirtschaftlichen Kennzahlen auswerten. Die Antworten reichten von einer täglichen Kontrolle der Umsätze bis hin zur monatlichen Analyse im Rahmen der Buchhaltung. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen führten zu einer lebhaften Diskussion darüber, wie Daten sinnvoll in den Werkstattalltag integriert werden können.

Einigkeit herrschte darüber, dass betriebswirtschaftliche Kennzahlen kein Selbstzweck sind. Entscheidend ist, aus den gewonnenen Erkenntnissen konkrete Maßnahmen für die eigene Werkstatt abzuleiten und die Entwicklung kontinuierlich im Blick zu behalten.

Werkstattwissen gemeinsam weiterentwickeln

Der Werkstatt-Stammtisch zeigte einmal mehr, wie wertvoll der Austausch unter Berufskollegen ist. Neben fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten, Erfahrungen zu teilen, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und voneinander zu lernen. Genau dieser praxisnahe Dialog ist ein zentrales Anliegen der Initiative Qualität ist Mehrwert und macht den Werkstatt-Stammtisch zu einer wichtigen Plattform für die kontinuierliche Weiterentwicklung freier Werkstätten.

Der nächste Werkstatt-Stammtisch findet am 15. September 2026 um 18:00 Uhr statt. Thema: ChatGPT im Werkstattalltag: Welche Rolle spielt KI im Kundenkontakt, im Büro und an der Hebebühne?

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