Wie kann Künstliche Intelligenz freie Werkstätten im Alltag unterstützen – und wo sind ihre Grenzen? Genau darum ging es beim digitalen Werkstatt-Stammtisch von Qualität ist Mehrwert am 15. September. Gemeinsam mit Jeffrey Kilian, Kfz-Techniker-Meister und Landesinnungsmeister Rheinland-Pfalz, sowie Jonas Maurer, Doktorand an der Universität Frankfurt, diskutierten die teilnehmenden Werkstattprofis über ihre Erfahrungen mit ChatGPT und anderen KI-Anwendungen.
Schneller an Informationen kommen
Gerade bei der Informationssuche kann KI im Werkstattalltag Zeit sparen. Im Stammtisch berichteten Teilnehmer beispielsweise von der Suche nach Sicherungen, Stromlaufplänen, Drehmomenten oder anderen technischen Daten. Wichtig dabei: Je genauer Fahrzeug und Problem beschrieben werden, desto brauchbarer wird in der Regel das Ergebnis. Gleichzeitig müssen die ausgegebenen Informationen überprüft werden – besonders dann, wenn sie Grundlage für Diagnose oder Reparatur sein sollen.
Jonas Maurer zeigte, warum die verwendeten Quellen dabei eine entscheidende Rolle spielen. Wird ein KI-Assistent beispielsweise gezielt mit verlässlichen Reparaturleitfäden versorgt, lassen sich daraus deutlich belastbarere Informationen gewinnen als bei einer offenen Suche ohne klar definierte Datenbasis.
Erfahrung bleibt unverzichtbar
Ein zentraler Punkt der Diskussion: KI ersetzt keine Werkstatterfahrung. Geräusche, Gerüche, Auffälligkeiten am Fahrzeug und das Wissen aus vielen Jahren Praxis lassen sich nicht einfach durch eine Texteingabe ersetzen. Interessant wird KI deshalb vor allem als Unterstützung: Der Werkstattprofi beurteilt das Fahrzeug, die KI kann parallel dabei helfen, Informationen schneller zu finden oder zusätzliche Ansätze zu liefern.
Auch wenn Kunden bereits mit einer vermeintlich fertigen ChatGPT-Diagnose in die Werkstatt kommen, bleibt die fachliche Prüfung entscheidend. Denn einer KI fehlen häufig genau die Informationen, die für die Beurteilung eines konkreten Fahrzeugs notwendig wären.
Auch im Büro kann KI Arbeit abnehmen
Nicht nur am Fahrzeug bietet KI Potenzial. Gerade bei E-Mails, Kundeninformationen oder anderen Texten kann sie Werkstätten unterstützen und Zeit sparen. Auch hier gilt: Je mehr Kontext zur Aufgabe, Zielgruppe und gewünschten Tonalität gegeben wird, desto besser lässt sich das Ergebnis nutzen.
Gleichzeitig müssen Datenschutz und Verantwortung im Blick bleiben. Personenbezogene Kundeninformationen wie Adressdaten oder Kennzeichen gehören nicht unbedacht in offene KI-Systeme. Und unabhängig davon, welches Tool genutzt wird: Die Verantwortung für Diagnose, Reparatur und Kommunikation bleibt bei der Werkstatt.
Das Fazit des Abends: KI kann freie Werkstätten an vielen Stellen schneller und effizienter machen. Den größten Nutzen bringt sie jedoch dort, wo sie mit Fachwissen, Erfahrung und verlässlichen Daten kombiniert wird.
Der nächste digitale Werkstatt-Stammtisch findet am 17. November 2026 statt. Weitere Informationen zum Thema folgen.























































