Interessante Entwicklungen in der E-Mobilität

Die Zukunft fährt elektrisch – so ist zumindest aktuell die Vorgabe der Politik. Unabhängig von zahlreichen Debatten über Sinn und Unsinn läuft in der Zulieferindustrie die Entwicklungsarbeit auf Hochtouren. Ziel ist es, die Hybride und reine Elektrofahrzeuge effizienter und leistungsfähiger zu gestalten, Ladezeiten zu verkürzen und Reichweiten zu erhöhen.

Kompakte E-Achse

Ein Trend ist die Entwicklung von E-Achsen. Hierbei sind E-Motor, die komplette Elektronik, Getriebe und die Achse zusammen. Durch diese besonders kompakte Bauart wird der benötigte Platz im Auto viel kleiner. Auch kann auf einige Meter Kabel und zahlreiche Stecker verzichtet werden. So hat beispielsweise Continental ein E-Antriebssystem mit lediglich 80 Kilogramm Gewicht entwickelt. Mit 163 bis 204 PS steckt auch viel Leistung in der E-Achse. Die Einsatzgebiete solcher Systeme sind vielfältig, denn sie passen in nahezu alle Pkw-Größen vom Kleinwagen bis zum Transporter. Sollte die Leistung einer Achse nicht reichen, können auch zwei eingebaut werden und das Auto so direkt zum Allradler werden lassen.

Getriebe für E-Autos

Wie wichtig die Zulieferindustrie die Elektromobilität nimmt, sieht man bei ZF. Dort wurde die Entwicklung für Antriebstechnik reiner Verbrennerfahrzeuge eingestellt. ZF legt den Fokus auf Antriebe für Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge. Ein erstes Ergebnis ist ein Zweigang-Getriebe für Elektroautos. Bisher kennen die E-Fahrzeuge nur Vorwärts oder Rückwärts. Mit zwei Vorwärts-Gängen zieht eine weitere Übersetzung ins Auto ein, womit beispielsweise mehr Kraft am Berg anliegt oder ein höherer Topspeed möglich wird. Wie bei konventionellen Fahrzeugen wird ab einem höheren Tempo dann der zweite Gang genutzt.

Mehr Power dank 800 Volt

Bisher werden Elektrofahrzeuge mit 400-Volt-Systemen befeuert. Beim Taycan hat Porsche erstmals die Spannung verdoppelt. Durch die höhere Spannung ist auch mehr Leistung möglich. Außerdem erhoffen sich die Entwickler mit passenden Ladesäulen die Standzeiten beim „Tanken“ zu reduzieren. Der Taycan soll beispielsweise in 15 Minuten bis zu 80 Prozent geladen sein. Aktuell sind dafür noch etwa 25 Minuten nötig.

Bessere Plug-in-Hybride

Auch bei den Plug-in-Hybriden steht die Entwicklung nicht still. ZF möchte 2022 die nächste Generation seines Antriebssystems, kombiniert aus Verbrennermotor und Elektro, in Serienfahrzeugen einsetzen. Die vierte Variante aus dem Hause ZF ist leichter, kompakter und soll größere Reichweiten ermöglichen. Außerdem wird der Elektromotor bis zu 218 PS liefern und damit kein Zusatzmotor, sondern neben dem Verbrenner gleichwertig agieren. Die rein elektrische Reichweite soll die 100-Kilometer-Marke knacken.

Neue Halbleiter-Chips

Auch im ganz Kleinen steht die Entwicklung nicht still. So sind heutzutage in aktuellen Fahrzeugen unzählige Mikrochips verbaut. Hier möchte Bosch in Zukunft auf Halbleiter-Chips setzen. Anstelle des hochreinen Siliziums wird dabei Kohlenstoff mit eingearbeitet. Dadurch wird die elektrische Leitfähigkeit dieser SiC-Mikrochips gesteigert, wodurch letztlich weniger Energie verloren geht. Die Folge: weniger Energieverbrauch und dadurch eine größere Reichweite bei gleicher Batteriegröße oder auch weniger Gewicht bei gleicher Reichweite durch kleinere Batterien.

Die Entwicklung in der E-Mobilität geht rasant vorwärts. Dem Ziel der größeren Reichweiten und schnellerer Ladetechnik kommen die Entwickler immer näher. Damit dürfte auch die Akzeptanz der Elektroautos weiter steigen.

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