Elektromobilität

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Während der Dieselmotor harte Zeiten durchlebt, läuft es für die Elektromobilität so gut wie nie. Verantwortlich für diese Entwicklung: „Diesel-Gate“ und Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge auf der einen und finanzielle Anreize für E-Autos auf der anderen Seite. Weiterlesen

Was die Elektromobilität für Werkstätten bedeutet

Das Subventionieren von Hybrid- und Elektroautos in Form von Zuschüssen und Steuervorteilen der Bundesregierung zahlt sich aus: Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) wurden 2018 insgesamt rund 36.000 Elektroautos neu zugelassen – ein Plus von immerhin etwa 11.000 Einheiten gegenüber 2017. Noch besser sehen die Zahlen bei den Hybrid-Fahrzeugen aus: Nach knapp 85.000 Neuzulassungen 2017 wurden 2018 über 130.000 Hybrid-Autos neu zugelassen.

Statistik zu Neuzulassungen von Elektroautos

Damit dürften Hybrid- und reine E-Autos in Deutschland mittlerweile einen Anteil am Gesamt-PKW-Bestand von knapp einem Prozent erreicht haben. Überschaubar, klar. Dennoch entwachsen sie immer schneller ihrem Nischendasein. Experten halten bis zum Jahr 2022 eine Million Stromer auf Deutschlands Straßen für realistisch. Nicht zuletzt, weil die EU von den Automobilherstellern verlangt, dass ihre PKW ab 2020 im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Den Autokonzernen bleibt deshalb nicht viel anderes übrig, als auf die E-Mobilität zu setzen. Die sinkende Nachfrage nach CO2-ärmeren Diesel-Fahrzeugen erhöht den Druck dabei zusätzlich.

Arbeitsvolumina

Auch wenn bis zum Durchbruch der Elektromobilität noch viel passieren muss: Wenn Konzerne wie Volkswagen ziemlich konkret ein Ende des Verbrennungsmotors erwarten, ist der Siegeszug alternativer Antriebe ziemlich absehbar.

Und der wird sich unmittelbar auch auf den Automotive Aftermarket und das Werkstattgeschäft auswirken. Schließlich ist die Technik von Elektroautos mit ihren vergleichsweisen einfachen Elektromotoren insgesamt deutlich simpler und wartungsärmer als die von konventionellen PKW mit Verbrennungsmotor. Experten rechnen deshalb mit einem abnehmenden Arbeitsvolumen in den Werkstätten und mit einem sinkenden Werkstattumsatz.

Aber wie hoch könnte dieser ausfallen? Die Antwort: Wohl deutlich geringer als gemeinhin angenommen. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rechnet in seiner Studie „Auswirkungen der Elektromobilität auf den Wartungsumsatz im Kfz-Gewerbe“ mit einem Umsatzrückgang von rund einem Prozent.

Grafik zum Arbeitsvolumen von E-Autos in der Werkstatt

Grafik zum Arbeitsvolumen von Hybridautos in der Werkstatt

Eine Studie der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie und des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen Baden-Württemberg berücksichtigt neben dem Wartungsgeschäft auch das Reparaturgeschäft. Die Autoren der Studie rechnen in einem realistischen Zukunftsszenario mit einem Elektro-Auto- und Hybrid-PKW-Bestand von 25 Prozent im Jahr 2025. In einem solchen Fall wären rund 1,9 Prozent der Jobs im deutschen After-Sales-Geschäft in Gefahr. Je Betrieb würden damit 0,15 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Rückgang, der sich über die Jahre durch natürlich ausscheidende Mitarbeiter - etwa durch Beschäftigte, die in Rente gehen - abzeichnen könnte. Selbst in einem besonders optimistischen Szenario mit 40 Prozent zugelassener reiner E-Autos in Deutschland wäre mit einem Wegfall von „nur“ 7,7 Prozent der Beschäftigten zu rechnen. Pro Betrieb würde das 0,61 Beschäftigten entsprechen.

Eine Revolution würde demnach im Werkstatt-Geschäft wohl ausbleiben. Allerdings setzen beide Studien in ihrer Betrachtung voraus, dass Werkstätten in der Lage sind, das wegbrechende Geschäft der konventionell angetriebenen PKW mit E-Autos zu kompensieren!

Für Werkstätten ist deshalb von enormer Wichtigkeit, sich auf die einschneidenden Veränderungen auf dem KFZ-Markt einstellen müssen. Und das sollten sie schnellstmöglich tun, bevor die E-Mobilität sie überrollt.

Dazu gehört die entsprechende Qualifizierung der Mitarbeiter, eine Sicherheitsausrüstung zur Arbeit an Hochvolttechnologie von Elektrofahrzeugen und Investitionen in die technische Ausstattung.

Wie Sie sich für die Zukunft aufstellen sollten, lesen Sie in unserer neuen Rubrik ab sofort hier auf qualitaet-ist-mehrwert.de.

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