Wer den Kfz-Aftermarket verstehen will, muss wissen, was es mit „Originalteilen“ (oder auch „Originalersatzteilen“) auf sich hat. Der Begriff hat nichts mit der Herkunft des Teils zu tun, sondern ist eine reine Qualitätsaussage, die in der Gruppenfreistellungsverordnung (EG) Nr. 461/2010 gesetzlich geregelt wird. Diese Regelung bezeichnet die Zeitschrift amz als „Lebensnerv“, weil sie den Herstellern von Originalteilen auf dem Markt einen entscheidenden Vorteil verschafft.

Unter Originalteilen versteht man nach Definition solche Fahrzeugkomponenten, die den Spezifikationen und Normen entsprechen, die der Fahrzeughersteller (OEM, Englisch für Original Equipment Manufacturer = Erstausrüster) für sie vorgibt.

Originalteile werden aber nicht nur vom OEM selbst produziert. Etwa 80 % der beim Bau eines Fahrzeugs erforderlichen Teile werden den OEM von Zulieferern (OES, Englisch: Original Equipment Service) ans Fließband geliefert. Diese genießen das Recht, ihr eigenes Logo neben das des Fahrzeugherstellers zu setzen, und die Teile außerdem an den gesamten Ersatzteilemarkt zu liefern – dann allerdings ohne das Logo des OEM.

Darüber hinaus dürfen auch andere Teilehersteller ihre Produkte als „Originalteile“ bezeichnen, wenn sie nachweisen können, dass sie diese nach den exakten Vorgaben der OEM gefertigt haben.

Die Bezeichnung „qualitativ gleichwertiges Ersatzteil“ wird ebenfalls durch die Aftermarket-GVO definiert. Ersatzteile mit dieser Bezeichnung dürfen eine bestimmte Qualitätsstufe nicht unterschreiten.

Der OEM hat keine Handhabe gegen die Produktion von Originalteilen oder gleichwertigen Ersatzteilen, es sei denn, er kann dem Hersteller nachweisen, dass er gegen die von ihm festgelegten Normen und Spezifikationen verstoßen hat. Er hat außerdem keine Möglichkeit, Betrieben seines Servicenetzes die Verwendung bestimmter Originalteile oder gleichwertiger Ersatzteile zu untersagen. Auch Garantiezusagen werden durch den Einbau solcher Teile nicht beeinträchtigt. Lediglich im Rahmen von Rückrufaktionen o. ä. darf er auf der Verwendung des OEM-Teiles bestehen.

Alles klar?

Quelle: amz 19/2016

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