Fachkräftemangel bedroht Nfz-Werkstätten

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung prognostiziert einen Einwanderungsbedarf von 260.000 Menschen pro Jahr, um den Fachkräftemangel in Deutschland zu decken. Eine aktuelle Umfrage der Initiative Qualität ist Mehrwert in Kooperation mit der NUFAM zeigt: Auch bei Nutzfahrzeugwerkstätten ist der Fachkräftemangel mit Abstand das drängendste Problem. Aber sie zeigt auch: freie Nutzfahrzeugwerkstätten stellen sich der Herausforderung mit zahlreichen unterschiedlichen Maßnahmen.

Herausforderung Nr. 1: Fachkräftemangel

Die größte Herausforderung, die Nutzfahrzeugwerkstätten für ihr Geschäft sehen, ist der Fachkräftemangel. Obwohl der Beruf „Mechatroniker“ immer noch zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehört, ist für 62% der Befragten das Thema Fachkräftemangel das größte Problem in den nächsten fünf Jahren. Viele Nfz-Werkstätten versuchen diesem Problem entgegenzuwirken, indem sie selbst Fachkräfte ausbilden.
Allerdings zeigen sich auch bei der Ausbildung junger Menschen zunehmend Probleme, so dass bereits 22% der Werkstätten mit bis zu 10 Mitarbeitern nicht mehr ausbilden. Die Ursache dafür sind einerseits fehlende Bewerber und andererseits die mangelnde Qualifikation der Bewerber, die zudem zu wenig Respekt und Ehrgeiz mitbringen.

Alternative Antriebe: Nfz-Werkstätten sind gewappnet

Alternative Antriebe machen auch vor Nfz-Werkstätten nicht halt.
In vielen Werkstätten (52%) wird das Thema als anspruchsvolle Aufgabe für die Branche angesehen. Für den eigenen Betrieb sehen das allerdings nur 39% der Befragten.
Diese Diskrepanz legt die Vermutung nahe, dass die Vorbereitungen zu diesem Thema in den meisten Nutzfahrzeug-Werkstätten bereits in vollem Gange sind. Dafür spricht auch, dass 55% der Teilnehmer  Weiterbildungen im Bereich alternative Antriebe plant.
Auffallend ist: Vor allem in kleinen Werkstätten mit bis zu zehn Mitarbeitern sehen deutlich mehr Werkstätten Probleme als der Durchschnitt der Befragten. So haben alternative Antriebe für diese Gruppe eine genauso hohe Relevanz wie der Fachkräftemangel. Besonders positiv gestimmt sind Werkstätten, die einem Werkstatt-System angehören. Nur 32% sehen das Thema in dieser Gruppierung als Herausforderung für ihr Unternehmen.

Neben den Themen Fachkräftemangel und alternative Antriebe beantworteten die Werkstätten auch Fragen zu den Themen Europäisierung, Zukunftsaussichten, Preiswettbewerb, Digitalisierung und Investitionen.

Statistische Angaben:

  • 82% der Teilnehmer sind Freie Werkstätten, 18% Konzept-Werkstätten
  • Top 5 Konzept-Werkstätten:
    Truck Service Profi Werkstatt
    Alltrucks
    XL-Service für Transporter
    Ad-truckdrive
    Trailer/Truck Station
  • 69% der Teilnehmer sind nicht herstellergebunden
  • Top 3 Bundesländer:
    Nordrhein-Westfalen
    Bayern
    Baden-Württemberg
  • Anzahl der Mitarbeiter:
    1-10   47%
    11-50   30%
    51-100 10%
    >100   13%
Weitere Beiträge

Mit einem Projekt zur „Entwicklung zukunftsweisender Lösungen für die Herausforderung freier Werkstätten durch die zunehmende…

Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten und hat längst auch im Alltag von freien Werkstätten Einzug…

In den rund 38.500 Kfz-Werkstätten Deutschlands sind ca. 460.000 Menschen beschäftigt. Darunter befinden sich etwa…

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Backstage bei …“ der Initiative “Qualität ist Mehrwert” machte in diesem…

Die digitale Transformation von Prozessen und Services ist für freie Werkstätten unerlässlich. Immer mehr vernetzte…

Die Initiative „Qualität ist Mehrwert“ konnte in den vergangenen Monaten dank zahlreicher neuer Partnerschaften einen…

Freie Werkstätten setzen nachhaltig auf Qualität bei Ersatzteilen, Service und Personal Die Roadshow von Qualität…

Die Initiative ‚Qualität ist Mehrwert‘ präsentiert die Ergebnisse ihrer neuesten Umfrage, die sich mit dem…