Führerschein-Umtausch: Das ist zu beachten

Führerschein-Umtausch

Bis zum Jahr 2033 müssen rund 43 Millionen Führerscheine in fälschungssichere Versionen umgetauscht werden. Alle Hintergründe und Fristen finden Sie hier.

Viele Autofahrer sind betroffen: Etwa 15 Millionen Papierführerscheine, die bis zum 31.12.1998 ausgestellt wurden, und circa 28 Millionen Scheckkartenführerscheine, die zwischen dem 1.1.1999 und dem 18.1.2013 ausgestellt wurden, müssen in den kommenden Jahren umgetauscht werden. 

Durch den Umtausch sollen Führerscheine zukünftig fälschungssicher und EU-weit einheitlich sein (EU-Richtlinie 2006/126/EG). Die Führerscheine werden zudem in einer Datenbank erfasst, um Missbrauch zu erschweren. Die neuen EU-Führerscheine sind 15 Jahre gültig.

Ein zeitlicher Stufenplan regelt, wer wann seinen Führerschein umtauschen muss. Das stufenweise Vorgehen verhindert Wartezeiten und eine Überlastung der Behörden.

Bis zum 19.1.2033 soll der Führerschein-Umtausch vollständig abgeschlossen sein.

Fristen für den Führerschein-Tausch

Bis wann der Führerschein umgetauscht müssen, ist vom Geburts- bzw. Ausstellungsjahr abhängig.
Die Angaben finden Sie in Ihrem aktuellen Führerscheindokument.

Bei Führerscheinen mit Ausstellungsdatum bis zum 31. Dezember 1998 ist das Geburtsjahr des Führerschein-Inhabers entscheidend:

Bei Führerscheinen mit Ausstellungsdatum ab dem 1. Januar 1999 gilt das Ausstellungsjahr des Führerscheins:

Wo und wie den Führerschein umtauschen?

Den Führerschein-Tausch regelt die Führerscheinbehörde Ihres Wohnsitzes. Für den Umtausch sollte ein gültiger Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto und der aktuelle Führerschein mitgebracht werden. Zudem ist eine Gebühr von rund 25 Euro zu zahlen. Wenn der alte Papierführerschein nicht von der Behörde des aktuellen Wohnsitzes ausgestellt wurde, muss eine Karteikartenabschrift bei der ausstellenden Behörde beantragt werden. Werden die Fristen versäumt, ist ein Verwarnungsgeld von zehn Euro fällig.

Wie lange ist der umgetauschte Führerschein gültig?

15 Jahre.

Unabhängig vom Zeitpunkt, zu dem Sie Ihre Fahrerlaubnis erworben haben, bleibt Ihre Berechtigung zum Führen von Pkw und/oder Motorrädern dauerhaft bestehen. Es gibt keine Befristung hinsichtlich der Zeit, in der Sie sich hinter das Steuer setzen dürfen. Allerdings unterliegt das physische Führerscheindokument selbst einer Neuerung: Es wird auf eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren begrenzt. Nach Ablauf dieser Frist ist es notwendig, einen neuen Führerschein im Scheckkartenformat zu beantragen. Für den Erhalt dieses neuen Dokuments sind weder eine erneute Fahrprüfung noch ein Gesundheitscheck erforderlich. Diese Regelung dient der Aktualisierung und Standardisierung von Führerscheindokumenten und soll sicherstellen, dass alle Fahrerlaubnisinhaber über ein zeitgemäßes und fälschungssicheres Dokument verfügen.

Welche Führerscheine sind betroffen?

Beim Führerschein-Umtausch sind alle PKW- und Motorradführerscheine betroffen, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. LKW- und Busführerscheine unterliegen nicht dem Stufenplan für den Umtausch, da für diese Kategorien andere, spezifische Befristungen gelten. Der Führerschein-Umtausch zielt darauf ab, ältere Dokumente durch neue, fälschungssichere im Scheckkartenformat zu ersetzen, um die Sicherheit und Einheitlichkeit der Führerscheindokumente in der EU zu erhöhen.

Darf ich noch fahren, wenn ich nicht rechtzeitig umtausche?

Beim Führerschein-Umtausch ist es wichtig zu wissen, dass das Nicht-Einhalten der Umtauschfrist nicht Ihre Fahrberechtigung betrifft. Sie dürfen weiterhin PKW und Motorräder unbefristet führen, selbst wenn die Frist abgelaufen ist. Allerdings stellt das Überziehen der Umtauschfrist eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet werden kann, nicht jedoch als Straftat im Sinne von “Fahren ohne Fahrerlaubnis”. Der Umtausch ist verpflichtend, um die Gültigkeit des Führerscheindokuments aktuell zu halten, beeinflusst aber nicht die grundsätzliche Erlaubnis zum Fahren.

Welche Unterlagen sind für den Führerschein-Umtausch erforderlich?

Für den Führerschein-Umtausch benötigen Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass, ein aktuelles biometrisches Passfoto, sowie Ihren bisherigen Führerschein. Sollte Ihr Papier-Führerschein zum Zeitpunkt des Umtauschs nicht von der Behörde Ihres aktuellen Wohnsitzes ausgestellt worden sein, ist eine Karteikartenabschrift erforderlich. Diese erhalten Sie von der Behörde, die den Führerschein ursprünglich ausgestellt hat, und kann meist postalisch, telefonisch oder online beantragt werden. Die Vorlage dieser Dokumente ist essentiell, um Ihren Führerschein gemäß den aktuellen Vorgaben in das neue Scheckkartenformat umzutauschen.

Muss ich Gesundheitsuntersuchungen befürchten?

Beim Umtausch von Motorrad- und PKW-Führerscheinen sind keine obligatorischen Gesundheitsuntersuchungen vorgeschrieben. Der Antrag muss bei der Fahrerlaubnisbehörde gestellt werden. Sollten dabei körperliche Defizite erkennbar sein (z.B., wenn Sie einen Rollator oder Krücken verwenden), kann die Behörde im Einzelfall Bedenken hinsichtlich Ihrer Fahreignung haben und diese überprüfen. In diesem Fall müssen Sie Ihre Fahreignung nachweisen. Wenn nur eine eingeschränkte Fahreignung vorliegt, können Auflagen oder Beschränkungen in Betracht gezogen werden. Dies steht unabhängig vom Umtausch.

Wie hoch sind die Kosten für den Umtausch? Was kostet der Führerschein-Umtausch?

Der Umtausch kostet etwa 25 Euro bei der Führerscheinstelle, zusätzlich zu den Kosten für das biometrische Passfoto.

Darf ich den alten Führerschein behalten?

Ja, allerdings wird er entwertet (gestanzt).

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